ORALIMPLANTOLOGIE

Die Implantologie ist der Zweig der Zahnmedizin, der sich mit dem Ersatz eines oder mehrerer nicht mehr vorhandener Zähne durch enossale Implantate befasst.

Ein Zahnimplantat besteht aus einer Titan- oder einer Titan-Zirkonium-Schraube, die unter örtlicher Betäubung und somit schmerzfrei in den Knochen eingebracht wird. Diese Schraube dient als künstliche Wurzel, um später einzelne Kronen oder feste Brücken mit drei oder mehr Elementen zu befestigen oder als Verankerung für herausnehmbare Vollprothesen zu dienen.


In den meisten Fällen wird eine Schraube aus Titan verwendet, ein sehr gut verträgliches und besonders widerstandsfähiges Material.
Diese Implantate können auch bei ungünstigen Knochenverhältnissen eingesetzt werden. In solchen Fällen ist es jedoch erforderlich, den Knochen vor oder gleichzeitig mit der Implantatinsertion zu rekonstruieren, je nach klinischer Situation des Patienten.
Die häufigsten postoperativen Komplikationen nach einer implantologischen Operation sind Blutungen, Schwellungen, Hämatome und Schmerzen. Die Schmerzen nach der Operation dauern nur wenige Tage und werden durch eine schmerzlindernde Therapie in Grenzen gehalten. Um eine Infektion zu vermeiden, ist oft eine Antibiotikatherapie von etwa einer Woche angebracht.


Ca. sieben bis zwölf Tage nach dem Einsetzen der Titanschraube in den Knochen wird die Wunde kontrolliert und die Fäden werden entfernt.
Die Einheilzeit der Implantate beträgt im Allgemeinen sechs bis zwölf Wochen, bei gleichzeitiger Knochenrekonstruktion verlängert sich diese Zeit auf vier bis sechs Monate. Nach der Einheilung haben die Implantate die Osseointegration erreicht, das heisst, es besteht eine direkte Verbindung zwischen dem Knochen des Patienten und dem Titan des Implantats, die eine stabile und dauerhafte Verankerung bietet, und die Implantate können mit festen oder herausnehmbaren Zähnen belastet werden. In besonderen Fällen können die Implantate sofort belastet werden, das heisst, dieprothetische Rekonstruktion (festsitzend oder herausnehmbar) wird sofort oder einige Wochen nach der Implantation eingesetzt, was die Behandlungsdauer erheblich verkürzt und den Komfort für den Patienten erhöht.


Die Rekonstruktion von Zähnen auf Implantaten erfolgt in mehreren Sitzungen mit Abdrücken, Zahnproben und Fixierung der Zähne auf den Implantaten.
Mehrere Langzeitstudien haben gezeigt, dass moderne Implantate lange halten und die Erfolgsquote nach zehn Jahren im Durchschnitt bei etwa 95% liegt. Bei Risikopatienten wie Rauchern oder Diabetikern, die ihre Erkrankung nicht unter Kontrolle haben, ist das Verlustrisiko deutlich höher (um etwa 20 %).


Der Erfolg und die Frage, wie lange die implantologische Therapie hält, hängen stark von der Erhaltungstherapie durch den Zahnarzt und insbesondere durch die Dentalhygienikerin (Behandlungen mindestens alle sechs Monate) sowie von der guten täglichen Mundhygiene seitens des Patienten ab. Mangelnde Pflege kann zur Entwicklung von Entzündungsprozessen beitragen, wie dies auch bei natürlichen Zähnen der Fall ist. Diese Entzündungen sind durch Zahnfleischbluten sowie durch Taschenbildung und Knochenverlust um die Implantate herum (Periimplantitis) gekennzeichnet und müssen rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden.


Es gibt keine Altersgrenze für das Einsetzen von Implantaten, es sei denn, der Patient weise signifikante klinische Risikofaktoren (z.B. Immunsuppression) auf und die Heilung sei beeinträchtigt. Das Mindestalter für einen implantologischen Eingriff beträgt etwa 18–20 Jahre, wenn das Wachstum abgeschlossen ist.


Die Kosten für eine Implantatoperation variieren je nach Komplexität des Falles, zum Beispiel Anzahl benötigte Implantate, Art der Einheilung (subgingival oder nicht), Notwendigkeit der Knochenrekonstruktion oder Art der Zahnrekonstruktion auf den Implantaten (in der Regel sind festsitzende Lösungen teurer als herausnehmbare).


In jedem Fall wird nach der Auswertung und Planung des Falles ein schriftlicher Kostenvoranschlag einschliesslich Zahnarzt- und Zahntechnikerkosten sowie der Materialien erstellt und dem Patienten ausgehändigt.

Alle unten gezeigten Behandlungen wurden von Dr. Giulio Airoldi durchgeführt.



Fester Einzelzahn, auf 1 Implantat aufgeschraubt

Feste Brücke mit 4 Elementen, auf 2 Implantaten aufgeschraubt

Feste Brücke mit 12 Elementen, auf 6 Implantaten aufgeschraubt, computergesteuerte Implantationstechnik

Herausnehmbare Vollprothesen, auf 4 Implantaten verankert

Herausnehmbare Vollprothese, auf 2 Implantaten verankert

Knochenrekonstruktion

Knochenrekonstruktion mit gleichzeitiger Implantation